Togo
Die togoische Regierung bekräftigte 2025 ihr Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter –
ein Ziel, dem das Land seit einigen Jahren zunehmend Aufmerksamkeit widmet und wofür es
international Anerkennung erhält. Gemäss einem Bericht der Weltbank liegt Togo unter den
afrikanischen Ländern an zweiter Stelle, was gleiche Bezahlung, Gleichheit in der Ehe,
Vermögensrechte und Renten angeht. Bereits der Vorgängerbericht hatte Togo das
fortschrittlichste Rechtssystem in Westafrika für eine gleichberechtigte soziale Teilhabe von
Frauen bescheinigt.
Wie dieses Engagement konkret umgesetzt wird, zeigt zum Beispiel das nationale Programm für
politische Führung von Frauen: Im Vorfeld der Kommunalwahlen vom Juli 2025 senkte die Regierung
die Gebühr für weibliche Kandidierende um 75 Prozent, um ihre politische Beteiligung zu stärken.
Dennoch errangen Frauen lediglich 216 der 1'527 Kommunalsitze – ein Anteil von gerade einmal
14 Prozent und damit vier Prozentpunkte unter ihrer Vertretung im nationalen Parlament (18
Prozent).
Neben der politischen Teilhabe investiert Togo in die akademische Ausbildung von Mädchen. Das
auf fünf Jahre angelegte Programme d'excellence académique et d'employabilité de la
fille soll gezielt mehr junge Frauen zu einem Hochschulabschluss und in qualifizierte Berufe
führen. Der Bedarf ist gross: 2020 besuchte nur rund jede neunte junge Frau eine Hochschule, bei
den jungen Männern war es fast jeder fünfte. Togoische Frauen haben weiterhin eingeschränkten
Zugang zu Bildung, digitalen Technologien, Finanzdienstleistungen und formeller Beschäftigung im
Vergleich zu Männern.
Das, obwohl Frauen in einflussreichen Positionen in Togo eine lange Tradition haben. Weithin
bekannt sind die Nana Benz – wirtschaftlich einflussreiche Geschäftsfrauen, die ab den 1950er
Jahren die Hauptstadt Lomé zum Zentrum des Textilhandels in Westafrika machten und damit das
wirtschaftliche Rückgrat des Landes bildeten. Sie werden oft als die ersten Millionärinnen des
afrikanischen Kontinents bezeichnet. Doch auch wenn der Handel auf den Märkten Togos fest in
Frauenhand ist, bleiben die Nana Benz Ausnahmen – die Elite des Landes ist weiterhin
grösstenteils männlich.
Trotz fortschrittlicher rechtlicher Rahmenbedingungen bleibt die praktische Umsetzung eine
Herausforderung. Wie stark dies den Alltag von Frauen prägt, zeigen die Zahlen zur Gewalt:
Obwohl häusliche Gewalt seit 2022 unter Strafe steht, suchen lediglich 7 Prozent der Betroffenen
rechtliche Unterstützung. Mehr als die Hälfte der togoischen Frauen (52 Prozent) hat Erfahrungen
mit häuslicher Gewalt gemacht — darunter physische, sexuelle und psychische Gewalt. 32 Prozent
berichten von physischer oder sexueller Gewalt, 22 Prozent von ehelicher Vergewaltigung.
Gleichzeitig zeigen Investitionen im Bereich der reproduktiven Gesundheit im Jahr 2025, dass die
Regierung Gesundheit als wichtige Grundlage für Entwicklung anerkennt. Universeller Zugang zu
Gesundheitsdienstleistungen und Verbesserungen im Bereich der Mütter- und Neugeborenengesundheit
bleiben ein zentrales Augenmerk.